Das Risiko für Vögel durch Katzen
verringern
Lohne, 7. April 2026
Der sanftmütige vierbeinige Freund, der sich auf dem Sofa zusammenrollt, wird zu einem Raubtier für unsere Gartenvögel, sobald er draußen unterwegs ist. In den Monaten Mai und Juni sind Jungvögel
besonders gefährdet durch Hauskatzen. Der NABU gibt Katzenbesitzern Tipps, wie sie das Risiko minimieren können, das ihre Katzen für unsere Wildtiere darstellen.
Schätzungen zufolge töten Hauskatzen in Deutschland jedes Jahr etwa 200 Millionen Vögel. Katzenfreund*innen können einiges tun, damit sich die Zahl der getöteten Gartenvögel in Grenzen hält. Der
NABU hat einige Tipps parat.
„Wenn Katzenbesitzer*innen konsequent dafür sorgen würden, dass sich ihre Katze von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, wäre den Vögeln schon sehr geholfen.“
Lars Lachmann, NABU-Vogelexperte
Tipps für Katzen- und Gartenbesitzer*innen
- Schaffen Sie sich nur dann eine Katze an, wenn Sie über
genügend Zeit und Platz verfügen. Spielen Sie öfter mit ihr. Auch so kann sie ihren Jagd- und Spieltrieb ausleben.
- Das Aussetzen von Katzen ist tierschutzrechtlich verboten.
Herrenlose Katzen müssen jagen, um zu überleben. Sie fressen hauptsächlich erbeutete Wildtiere und daher auch häufiger Vögel.
- Sorgen Sie bei längerer Abwesenheit für eine zuverlässige
Betreuung Ihrer Katze. Ist das nicht möglich, können Sie das Tier auch zeitweise in einem Tierheim oder einer Tierpension unterbringen.
- Lassen Sie sowohl Kater als auch Katzen kastrieren. Sie werden
häuslicher und streunen weniger herum. Gleichzeitig vermeiden Sie dadurch Nachschub für verwilderte Katzenpopulationen und Sie müssen sich auch keine Gedanken um den Verbleib des Nachwuchses
machen.
- Denken Sie gerade im Frühling an die Vögel draußen. Dann fällt
herrenlosen und streunenden Hauskatzen so mancher Jungvogel zum Opfer. Lassen Sie deshalb vor allem von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden Ihre Katze am besten nicht aus dem Haus oder
zumindest nicht unbeaufsichtigt ins Freie.
- Ein Halsband mit einem kleinen Glöckchen macht zwar die Vögel
auf die Katze aufmerksam, nützt aber dem noch hilflosen Vogelnachwuchs gar nichts. Außerdem ist das Klingeln eine Tortur für die empfindlichen Katzenohren.
Haben Sie einen Garten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Vögeln zu helfen:
- Gestalten Sie Ihren Garten naturnah. Stauden, Sträucher und
Bäume bieten den Vögeln viele Versteckmöglichkeiten. Auf einem kurz geschorenen Rasen stehen Amsel, Drossel, Fink und Star wie auf dem Präsentierteller und laden Katzen geradezu dazu ein, Beute
zu machen. In einem Ökogarten finden natürlich auch andere Wildtiere wie etwa Molche, Frösche, Eidechsen oder Blindschleichen Schutz vor jagenden Katzen.
- Um Katzen von Nestern in Bäumen fernzuhalten, können Sie den
Stämmen etwa fünfzig Zentimeter breite Abwehrmanschetten aus Blech oder Kunststoff anlegen. Oder verwenden Sie Brombeerranken. Das kostet nichts. Verzichten Sie auf Stacheldraht, denn daran
könnten sich die Katzen, aber auch andere „Vogelliebhaber“ wie Eichhörnchen oder Marder gefährlich verletzen.
- Hängen Sie Nistkästen so auf, dass Katzen keinen Zugang haben:
an Fassaden oder freihängend an Seitenästen und mindestens zwei Meter über dem Boden. Besonders katzensicher sind Nistkästen mit steilem, glattem Dach, da sie keinen Halt bieten.
- Futterhäuschen und Vogeltränken mindestens zwei Meter vom
nächsten Gebüsch entfernt aufstellen. So können sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen.
- Katzen haben hochsensible Nasen. Wenn sie Gerüche nicht
ausstehen können, meiden sie die Duftquellen. Katzenabweisende Streupulver sind im Handel erhältlich. In Mode gekommen ist die sogenannte „Verpiss-dich-Pflanze“. Dieses Gewächs mit dem ordinären
Spitznamen, auch bekannt als Harfenstrauch (Plectranthus caninus), gehört zu den Lippenblütlern und ist im Gartenfachhandel zu bekommen. Am besten in der Nähe von Niststandorten
einpflanzen. Sie soll Katzen im Umkreis von zwei bis fünf Metern fernhalten. Wir riechen die Pflanze übrigens nicht.
Da Hauskatzen bei ihrer Beutesuche größere Gebiete durchstreifen, machen sie natürlich nicht an Gartengrenzen halt. Kommen Sie deshalb mit Ihrer Nachbarschaft ins Gespräch. Vielleicht besitzt
diese ja auch eine Katze und ist noch nicht so gut über die Problematik informiert wie Sie. Schutzmaßnahmen Einzelner sind zwar nicht für die Katz, aber nur wenn möglichst zahlreiche
Gartenfreund*innen, ob Katzenhalter*innen oder nicht, den Vögeln helfen, fallen weniger den Hauskatzen zum Opfer. Link zu weiteren Informationen des NABU: Gefährdungen für Vögel - Katzen
Für Rückfragen:
Donal Murphy-Bokern
Ortsgruppenvorsitzender
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0160 92792475